BUNDjugend Blog - ... und jetzt noch die Erde retten!

Mein Trend, 2nd Hand! #3

9. Dezember 2013 von BUNDjugend

Schande über mich! Schon ewig habe ich nicht mehr über mein Experiment berichtet – und dann muss ich auch noch Sünden beichten. Vier Monate lang wollte ich nichts neu kaufen und jede Woche eine Sache verschenken. Der letzte Monat ist nun angebrochen und ich bin noch dabei, habe aber kleine Dinge neu gekauft.

Meine Sündenbilanz: Ein Goldstift, ein Router, eine Gardinenstange.

Meine Verschenkbilanz: Armbänder, ein altes Handy, einige Kuscheltiere, eine Kiste Duplokram, einen Globus, einen Garderobenständer, Ellenbogenschoner, einen halbwegs kaputten Kleiderschrank, eine Kulturtasche und einen Spiegel.

Ein Versuch, meine Neukäufe zu rechtfertigen: Einen Router muss man kaufen, wenn man Internet neu bestellt. Ich habe sogar 60 Cent und einen Haufen Zeit für das Callcenter investiert, doch die Gefahr, dass der Router (den ich auch schon secondhand gefunden hatte) nicht funktioniert, war Congstar leider zu groß. Und die Vorhangsstange  – das sollte wohl einfach nicht sein. Vier Stück hatte ich gefunden, vier Mal wurde mir sehr kurzfristig abgesagt. Als ich beim letzten Versuch schon auf dem Weg nach Lichtenberg war und die Absage-SMS las, entschied ich mich jetzt doch zu IKEA zu gehen – da war die Geduld vorbei. Meistens ist es aber die fehlende Zeit, die einen zum Neukauf verführt. Wenn man spontan und dringend etwas braucht, dann kann man sich wohl zwischen Verzicht und Neukaufen entscheiden (oder man hat sehr viel Glück!).

Aber trotz kleiner Rückschläge bleibe ich dran und bereite mich langsam auf die schwierigste Phase meines Experiments vor: Die Weihnachtszeit. In meiner Familie besonders schwierig – meine Mutter und Schwester haben beide etwa einen Monat vor Weihnachten Geburtstag. Als ich also letzte Woche wegen eines Seminars bei meiner Schwester war, wollte ich ihr etwas Kleines zum Geburtstag mitbringen. Der Secondhandladen meiner Wahl hatte am Abend vor Abfahrt aber schon zu und so hatte ich die Wahl zwischen einem Fleischwolf und einem Eiscrusher aus der BUNDjugend-Umsonstecke. Ich entschied mich für den Eiscrusher, eine schöne Karte von zu Hause und „Die Geste zählt“.  Für Weihnachten soll es jetzt aber ein schönes, selbstgemachtes (zeitaufwändiges) Geschenk werden. Um Dinge selbstzumachen braucht man aber meistens einen Grundbestand an Material, den ich leider zumindest nach dem Umzug nicht mehr vorweisen kann. Wer an dieser Stelle einen guten Tipp hat, wie man in Berlin Bastelbedarf aus zweiter Hand bekommt, darf sich sehr gerne bei mir melden! Ansonsten  habe ich mich entschieden, nicht mehr ganz so streng zu sein und wichtige Dinge zum Selbermachen auch First Hand zu kaufen. (Falls garnichts geht, ist es ja auch immer schön, seine Freunde mit einem Kochabend zu beschenken;)).

Ich bin auch immernoch froh, das Experiment begonnen zu haben.  Secondhandläden, wuselige Buchhandlungen und Flohmärkte zu durchforsten macht immer Spaß – zumindest, wenn man nicht dringend etwas Bestimmtes finden muss. Klamotten immerhin sind eigentlich kein Problem, da hat man dank Kleiderkreisel, Tauschparties und den vielen 2ndHandLäden  genug Auswahl,  aber bis ich eine Kleiderstange mal secondhand gefunden hatte, (die nicht zu teuer war und die man zu menschlichen Zeiten abholen durfte) hätte ich fünfzig Mal durch IKEA laufen können. Daher passiert es schon aus Bequemlichkeit, dass man auf Dinge, die man nicht wirklich braucht, verzichtet und gekaufte Dinge auch mehr wertschätzt.. Und so ist jetzt zwar der letzte Monat angebrochen; die vier Monate werden aber sicher auch meinen Konsum im Jahr 2014 beeinflussen.

..Ach ja, eine Bilanz fehlt hier noch: Die Weihnachtsgeschenke, die ich bisher organisiert habe – null. Zwei Wochen sind es ja noch und dank BUNDjugend DIY-Adventskalender habe ich auch genug Inspiration, um endlich mal das Selbermachen anzugreifen ! ;)