8. Dezember 2009 von BUNDjugend
Hey
Ich bin Bene aus dem Klimateam und schreibe euch gerade von der Kopenhagener Klimakonferenz. Wie ihr sicher schon wisst, sind wir hier von der BUND jugend aus in Kopenhagen. Die BUND jugend finanziert ein “Patenprojekt”, d.h. sie finanziert 5 Jugendliche aus dem globalen Süden und fünf deutsche “Paten” um in Kopenhagen an der Klimakonferenz teilzunehmen. Wir sind nun hier mit Paten aus Uruguay, Kiribati, Costa Rica, Indonesien und Ruanda.
Gestern war nun der erste Tag der großen Klimakonferenz an der ca. 15.000 Menschen teilnehmen. Es sind Vertreter aus 194 Staaten anwesend und verhandeln über ein (hoffentlich) bindendes, ambitioniertes und gerechtes Klimaschutzabkommen.
Gestern morgen begann ab 10 Uhr die Eröffnungszeremonie der Klimakonferenz. Leider gab es sehr wenig Plätze für Mitglieder von NGOs (Nichtregierungsorganisationen) in dem Plenary Saal, sodass ich das ganze über Liveübertragung in einem anderen Saal der Klimakonferenz anschauen durfte.
Der dänische Ministerpräsident Rasmussen forderte in seiner Eröffnungsrede ein ambitioniertes, bindendes und starkes Abkommen für Kopenhagen. Er sieht es als ein hoffnungsvolles Zeichen, das 110 PräsidentInnen und PremierministerInnen der Länder dieser Welt zugesagt haben auf die Klimakonferenz zu kommen. Natürlich betonte er auch das Engagement von Kopenhagen für die Konferenz und das diese so weit wir möglich CO2 frei organisiert wurde.
Nach dieser Eröffnungsrede wurde Ritt Bjerregaard, die Bürgermeisterin von Kopenhagen auf das Podium gebeten. Sie sagte, dass sich Kopenhagen während dieser Konferenz wirklich zu Hopenhagen verwandelt, da Hoffnungen (hopes) der ganzen Welt auf dieser Konferenz und Stadt liegen. Sie erwähnte auch noch die hoch gesteckten Klimaschutzziele von Kopenhagen. Die Stadt will 2025 CO2 frei sein und schon jetzt fahren fast 50% der Einwohner von Kopenhagen jeden Tag mit dem Fahrrad. Nun sprach auch noch Rajendra K. Pachaur, der Chef des IPCC (Intergovermental Panel on Climate Change).
Auch Yvo de Boer, der Generalsekretär des UNFCCC, gab bei der Eröffnungszeremonie ein Statement ab. Er forderte die Regierungen auf jetzt zu handeln, da schon sehr viele Menschen unter den Folgen des Klimawandels leiden!
Schon jetzt sterben Menschen an Überschwemmungen, Wasserknappheit und Hurrikans die durch den Klimawandel verursacht sind. Nun werden nicht formale Statements der Länder, sondern echte Ziele und finanzielle Mittel gebraucht. Wir müssen jetzt handeln!
Natürlich hielt auch die Präsidentin der diesjährigen COP15, Connie Hedegaard Doch diese Rede klang eher wie ein formales Statement und nicht wie eine echte Lösungssuche.
Nach diesen Reden hatte Papa Neuguinea eine Anfrage zu organisatorischen Änderungen der Regeln der Verhandlungen. In den Verhandlungen wird nur etwas beschlossen, wenn allgemeiner Konsens herrscht. Das heißt es wird nur ein Abkommen geben, das auch das Klima unfreundlichste Land akzeptiert. Nun hatte Papa Neuguinea den Vorschlag, dieses System umzugestalten, da es um die Zukunft von Millionen von Menschen ja sogar um die Zukunft ganzer Staaten geht. Papa Neuguinea schlug vor, dass Mehrheitsprinzip einzuführen. Doch die Präsidentin verschob den Vorschlag auf einen späteren Zeitpunkt.
Auch die verschiedenen Gruppierungen der Länder gaben Statements zum Beginn der Verhandlungen ab. So forderte die Afrikanische Gruppe eine Vorreiterrolle der Industrieländer beim Klimaschutz. Auch die Gruppe der am wenigsten Entwickelten Länder (LDC) gab ein Statement ab. Der Temperaturanstieg müsse unter 1,5 Grad Celsius gehalten werden, da nur so das Überleben aller Staaten dieser Erde gewährleistet ist. Außer wird viel Geld für die Anpassung der Entwicklungsländer an den Klimawandel gebraucht, da diese nicht das Geld haben um die Folgen des Klimawandels zu bekämpfen.