BUNDjugend Blog - ... und jetzt noch die Erde retten!

Klimaprotest am Ende der Welt

6. Dezember 2017

Hi, ich bin Jana Maxi Zielinski und erzähle von meiner Zeit mit „Young Friends of the Earth Norway“ (= Natur og Ungdom) und wie ich dabei lernte, dass Zusammenhalt in unserer Angelegenheit wichtig ist.

Im Rahmen meiner Studienreise meldete ich mich freiwillig, um bei dem alljährlichen Sommerlager auszuhelfen. Ich hatte Glück, denn dieses Lager sollte ein ganz besonderes werden: Es fand auf den Lofoten statt. Das Thema lautete: „For et oljefritt Lofoten, Vesteralen og Senja“: Für ein Lofoten, Vesteralen und Senja ohne Öl.

So fanden sich am Abreisetag 200 Jugendliche und junge Erwachsene am Osloer Bahnhof ein, um die gemeinsame Reise über den Polarkreis hinaus in den kalten Norden anzutreten. Weitere 100 Teilnehmer*innen sollten unterwegs noch hinzustoßen. Die Vorfreude war deutlich zu spüren. Die Aufregung wuchs, als die ersten Felsen, die typisch für die atemberaubende Landschaft der Lofoten sind, in dunkelblauem, arktischem Gewässer auftauchten.

Die Base bildete Rambergs örtliche Schule, drumherum wurden unzählige Zelte aufgebaut, ein paar Meter weiter lag der hellblaue Strand. So lebten wir die nächsten neun Tage, obwohl sie sich wie ein einzig ewig langer Tag anfühlten, da es nicht dunkel wurde. Zwar gab es einen Sonnenuntergang, doch die Sonne stand danach immer noch gleichzeitig mit dem Mond am Himmel. Zu Tageszeiten lernten wir viel über Klima und Klimagerechtigkeit, hörten Reden von internationalen Aktivist*innen an, darunter Nnimo Bassey, ein führendes Mitglied von „Friends of the Earth Nigeria“. Zu Nachtzeiten saßen wir in gemeinsamen Runden entweder bei schlechtem Wetter im gemütlichen Kreis in der Schule oder bei gutem Wetter singend um das Lagerfeuer am Strand herum. Mensch scheute sich auch nicht vor Mitternachtsschwimmen in eiskaltem Wasser (12°C!).

Doch wo spielt der Zusammenhalt eine Rolle? Zum Beispiel bei dem „zivilen Ungehorsam“-Training mit Greenpeace. Jeder von uns hat schon einmal Bilder von Aktivist*innen im Polarwasser mit Schildern in den Händen gesehen, doch was dies wirklich bedeutet, habe ich erst erkannt, als ich es selbst am eigenen Leib erfuhr. Trotz der speziellen Überlebensanzüge durchdrang mich die Kälte nach einiger Zeit, doch ich war nicht allein und die Überzeugung in den Augen und Stimmen meiner Mitstreiter*innen ließ mich daran erinnern, wofür wir dies taten, sowie nicht zuletzt die wunderschöne und zugleich verletzliche Landschaft der Lofoten um mich herum.

Auch auf dem „People´s Festival“ wurde mir wieder klar, was man gemeinsam erreichen kann. Dafür möchte ich einen guten Freund zitieren, der am Tag davor sinngemäß zu mir sagte: „Sie (die Spitzenpolitiker*innen) hassen es, über die Umwelt zu sprechen und sie wollen es nicht, doch sie kommen hierher, ans Ende der Welt, auf die Lofoten, und tun es trotzdem. Das ist die Wichtigkeit und der Einfluss von Natur og Ungdom!“. Dreihundert junge Menschen, die ihre Meinung kundtaten, nämlich der Vernunft zu folgen und die Frage der Ölwirtschaft nachhaltig zu beantworten, um uns und unsere Zukunft auf einem von uns selbst bedrohten Planeten, den wir unser Zuhause nennen und nur aufgrund dessen wir überhaupt leben können, zu schützen.

Diese Erkenntnis ist die Quelle meiner Motivation und meines Engagements, das ich in Deutschland versuche, weiter fortzuführen. Ich bin unbeirrt und kann nur sagen: Wenn jemand die Chance bekommt, zu erleben, was ich erleben durfte, in einer so wunderbaren Gesellschaft, in der so viel möglich ist und die Menschen für den Klimaschutz brennen, dann nutzt sie! Wir brauchen mehr Menschen, die erkennen und handeln.

Hast Du Lust bekommen, auch eine Freizeit in Norwegen zu erleben, über die verschiedensten Umweltthemen zu diskutieren und gleichzeitig in der Schneelandschaft Langlaufski zu fahren? Dann bist Du bei der Skifreizeit der BUNDjugend Mecklenburg-Vorpommern vom 10.-18.02.2018 genau richtig. Hier gehts zur Anmeldung: https://mv.bundjugend.de/termin/skifreizeit-2018/


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