BUNDjugend Blog - ... und jetzt noch die Erde retten!

1,5 Wochen Klimakonferenz – 1,5 Wochen ungebremster Klimawandel – Wir gehen!

22. November 2013

Als wir das Gebäude der diesjährigen Weltklimakonferenz vor eineinhalb Wochen betreten haben, waren unsere Erwartungen bereits nicht besonders hoch. Doch was dann passiert ist, übertraf unsere schlimmen Vorahnungen:

Überall im Konferenzgebäude sahen wir Sponsorenlogos von Firmen, die für fossile Energiegewinnung stehen. Drei junge Aktivist*innen wurden direkt am ersten Tag von der Konferenz verbannt, weil sie ein Banner gezeigt hatten, auf dem sie ihre Solidarität mit den Opfern des Taifun auf den Philippinen erklärten. Die bewegende Rede von Yeb Sano, dem philippinischen Delegationsleiter, blieb ohne jede Konsequenz für die Verhandlungen. Nach ein paar Beileidsbekundungen ging es zurück zur Tagesordnung und das heißt, zu Stillstand oder sogar Rückschritten beim Klimaschutz.

Auf dieser Konferenz wird nicht einmal mehr so getan, als ginge es um Klimaschutz. Hier geht es um kurzfristige Wirtschaftsinteressen jender Firmen und Staaten, die unser Klima und damit das Leben der Menschen heute und in der Zukunft bedrohen. Parallel zur Klimakonferenz trafen sich in Warschau die führenden Kohlekonzerne und Politiker*innen zur Welt-Kohle-Konferenz, um die absurde Vision von „sauberer Kohle“ zu erfinden. Christiana Figueres, Generalsekretärin der UNFCCC honorierte sie mit einer Rede. Zugleich werden Umweltorganisationen und Klimaaktivist*innen unübersehbar zurückgedrängt und ignoriert.

Die Staaten, die für den Klimawandel verantwortlich sind, sind meilenweit von einer ambitionierten und gerechten Klimapolitik entfernt. Die Delegation von Friends of the Earth International hat sich nach all diesen Geschehnissen und gemeinsam mit einem breiten Bündnis zivilgesellschaftlicher Gruppen zu einem außergewöhnlichen Schritt entschieden: Gemeinsam mit hunderten anderen Aktivist*innen haben heute das Konferenz-Gebäude aus Protest verlassen („Walk-out“) und werden nicht ins Stadion zurückkehren.

Doch wir sind nicht nach Hause gefahren, sondern haben uns in Warschau im Convergence Space versammelt. Das ist das Gebäude, in dem in den letzten Wochen alle Aktivist*innen zusammengekommen sind, die ohne Akkreditierung nach Warschau gekommen sind. Jetzt geht es darum, hier und überall die vielen Organisationen, Bewegungen und lokalen Initiativen zu einer starken globalen Bewegung zu vereinen und zu zeigen, dass eine gerechte und nachhaltige Zukunft möglich ist. Denn wir hören nicht auf, für echten Klimaschutz zu kämpfen. Wir werden 2014 auf der nächsten Klimakonferenz in Peru beziehungsweise in Paris 2015 zurückkommen. Und wir werden stärker zurückkommen als zuvor. Wie Silje Lundberg (YFoE Norwegen) gestern in einer Pressekonferenz gesagt hat: „Wir geben nicht auf, wir werden den Politiker*innen die Hölle heiß machen – hier und in unseren Heimatländern.“
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