BUNDjugend Blog - ... und jetzt noch die Erde retten!

1.12. Preparation’s Day

4. Dezember 2010

 

Man merkt der Konferenz deutlich an, dass sie noch nicht so recht in Schwung gekommen ist: Einige Stände sind noch fast leer, die Gänge nicht überfüllt und auch die Klimabewegung hat noch keine Aktionen durchgeführt. Kreative und  medienwirksame Aktionen sind mit das wirksamste und spannendste wir hier machen können.  Aber wie so oft, kann man nur ernten was gesät wurde. Und genau das war heute auf der Tagesordnung.

In meinem ersten Treffen heute hätte man mich wohl kaum vermutet. Es war ein Meeting von Jugendlichen aus Nordamerika. Die Teilnehmer von verschiedenen Organisationen haben sich dort erst abgesprochen, was in den Verhandlungen passiert ist und was sie selbst geplant haben. Und danach haben sie geklärt, ob man sich irgendwo  helfen kann oder vielleicht sogar etwas gemeinsam durchführt. Ich glaube da können wir viel von den Amerikanern lernen. Die europäische Jugendorganisationen haben bisher größtenteils versagt auf den Konferenzen organisationübergreifenden zusammenzuarbeiten, oder uns wenigstens abzusprechen. Das ist ein schwaches Bild! Die EU eine führt eine gemeinsame Verhandlungspolitik und wir müssten das Gleiche tun, um darauf angemessen reagieren zu können.

Als nächstes ging es in Actions Workingroup. Heute sollten wir schöne Aktionen für den Young and Future Generations Day zu planen. Der ist schon morgen und da dreht sich alles besonders um uns als Jugend. Mehrere Aktionen wurden geplant: Eine Art Flash Dance, der zeitgleich an verschiedenen Orten innerhalb und außerhalb stattfinden soll. Ein Youth Market auf dem natürliche Ressourcen zu Spottpreisen angeboten werden. Das soll schön laut und bunt werden, sodass alle merken wie dreist die unsere Lebensgrundlagen verhökert werden. Und schließlich wollen wir uns früh morgens alle in einer Reihe vor der Bushaltestelle aufstellen; alle tragen das Young-and-Future-Generations-Day mit einer klaren Botschaft, sodass unsere schiere Anwesenheit nicht ignoriert werden kann. Wie die einzelnen Aktionen werden, sehen wir dann morgen! Auf jeden Fall klingen die schon nach einer Menge Spaß. Wir sind in unseren Aktionsplänen durch zwei Faktoren eingeschränkt. Erstens sind um viel weniger Jugendliche da also letztes Jahr in Kopenhagen und zweitens sind die Vorgaben des Sekretariat für die Durchführung von Aktionen innerhalb der Konferenzgebäude noch ziemlich restriktiv. Weil es außerdem nicht gerade danach aussieht als würden wir hier in Cancun kein greifbares Ergebnis bekommen, kann man gut nachvollziehen, dass Stimmen laut werden, nicht auch genehmigte Aktionen durchzuführen. Die Frustration sitzt tief, dass immer nur geredet wird. Aber zumindest heute entschließen wir uns nicht die Grenzen zu übertreten.

Bei diesem Action WG Meeting konnte man sehr schön die zwei vorherrschenden Meinungen erkennen. Die einen sind frustriert nach Kopenhagen und wollen jetzt endlich greifbare Ergebnisse sehen. Die anderen halten das kurzfristig für unrealistisch und wollen in Cancun lieber den Grundstein für einen zukünftigen Vertrag legen.
Auf einem Treffen zwischen Vertretern der Zivilgesellschaft machte Christiana Figueres (die Chefin der UNFCCC) klar, dass nicht mal sie einen Vertrag in Cancun erwartet. Wenn wir deswegen die Konferenz aber Fehlschlag abtun und gegen die Ergebnisse arbeiten, wird es viel schwerer sein Cancun als Zwischenschritt anzusehen und später auf Ergebnissen dieser Konferenz aufbauen.  

Am späten Abend geht es dann noch Sachen basteln. Wir fahren gemeinsam zu dem Art Space und toben uns aus an Farbe und Pinsel, Pappe und Schere, Stifte und Stoffen. Wir machen Requisiten für den morgigen Youth Market. Jeder soll ein paar symbolische Waren machen, was uns ziemlich Spaß macht.

Dominik


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